Der Haus-Baukasten

Modell eines Moduls (nicht maßstabsgetreu)
Modell eines Moduls (nicht maßstabsgetreu) © Philip Simon s-p-s.de

Der Grundrahmen aus KVH (Konstruktionsvollholz) entspricht etwa den Abmessungen eines 20 Fuss High Cube See-Containers (6,058 × 2,438 [hier 2,55m] × 2,896m), was je nach Wandaufbau einen Raum von ca. 12m² ergibt. Die Standardabmessung ermöglicht einfache und vielfältige Transportmöglichkeiten (Trailer, LKW, Bahn, Schiff). Ein günstiges Raum-Seitenverhältniss und das gut händelbare Gesamtgewicht machen diesen Rahmen sehr universell.

Casa Till © wmrarq.cl
Casa Till © wmrarq.cl

Der freitragende Massivholz-Rahmen wird mit verschiedenen Füllungen zu einem geschlossenen Raum ausgebaut. Diese lassen sich auch wieder entnehmen um weitere Module zu ergänzen und den Raum so zu vergrößern oder zu verkleinern.

Jedes Bauelement kann von 1 – 2 Personen getragen und aufgestellt werden. Das gesamte Haus lässt sich ohne Spezialwerkzeug oder große Maschinen wie Kräne aufbauen.

Modulvarianten

Zentrales Modul jedes Hauses ist das Nassmodul. Es bündelt mit Küche und Bad alle Wasser-Installationen, sowie die zentrale Haussteuerung. Zur Erweiterung der Fläche lassen sich Raummodule beliebig ansetzen. Diese enthalten Elektroinstallationen und Fußbodenheizung. Ein Terassenmodul sorgt für Sonnen- und Windschutz an der großen Fensterfront und erweitert den Raum in die Natur. Je nach Autarkiegrad lässt sich die gesamte Haustechnik in einem eigenen Technikmodul installieren, welches sich zugleich als Garage eignet.

Wandaufbau und Fassade

Durch den diffusionsoffenen Aufbau der Wandelemente kann Feuchtigkeit auf natürlichem Wege aus dem Haus entweichen und so Schimmelbildung vermeiden. Die durchgehende Verwendung von naturbelassenem, unbehandeltem Holz und natürlichen Dämmstoffen (z. B. Seegras) verhindert verschiedene Taupunkte. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Häusern aus Metall-Seecontainern.

Schutz vor Feuchtigkeit von Außen leistet eine zusätzliche, wechselbare Wetterschutzfassade. Die handlichen Elemente werden einfach an den Container gehangen. Sie schützen das Modul und sorgen durch natürlichen Zug für eine optimale Wandbelüftung.

Angehängte Fassade © mekaworld.com
Angehängte Fassade an einem Metallcontainer © mekaworld.com

Der Baukasten

  • KVH-Grundrahmen
  • Wandfüllung
  • Bodenelement mit Fussbodenheizung und Elektroinstallation (Fussbodensteckdosen)
  • Deckenelement mit 3-Phasen Stromschine
  • Aufputz Holz-Kabelkanal mit Schalter und Steckdosen (versorgt Deckenelement mit Strom und lässt sich flexibel an schiedenen Stellen platzierieren)
  • Hauseingangstür
  • Rahmenloses Fenster
  • Falt-Schiebefenster
  • Schraubsockel, Wechselpritsche oder Ponton
  • Terasse, Treppe,
  • Fassade (Holz, Schiefer, Metall, HPL, Dibond)

Noch flexibler – Das Holzsystemprofil

Ein Gedanke zur weiteren Modularisierung soll hier nur kurz skizziert werden: Man stelle sich ein wanddickes (ca. 24cm), quadratisches Profil mit Schließnut vor, eine Art überdimensionaler FischerTechnik Baustein.

Holzprofil mit 6-seitiger Nut
Holzprofil mit 6-seitiger Nut © Philip Simon s-p-s.de

Ein solcher Basisbaustein eröffnet vielfältigste Gestaltungsmöglichkeiten. Der Clou ist eine Schlossnut an allen sechs Seiten des Profils. Durch den entsprechenden Stift werden so verschiedene Elemente einfach miteinander verbunden und können auch wieder getrennt werden.

BK_Grundprofil_v2

2 Gedanken zu „Der Haus-Baukasten

  1. Hallo Herr Simon,
    ja die Idee ist gut, hatte ich auch schon, aber sie schreiben:
    Jedes Bauelement kann von 1 – 2 Personen getragen und aufgestellt werden. Das gesamte Haus lässt sich ohne Spezialwerkzeug oder große Maschinen wie Kräne aufbauen.
    Wenn das Element einigermaßen statisch halten soll, dann tragen sie es nicht mehr zu zweit.
    Die Idee mit der Fischertechnik ist auch cool, könnte jedoch sein, dass die Produktion zu teuer wird. Falls sie das Produkt vertreiben wollen, benötigen sie auf alle Fälle eine Typenstatik – wie etwa im Containerbereich.
    In Deutschland mit Branntschutz und Stapelbarkeit, Schneelastzone, Scherwinde etc. ziemlich teure und komplexe Angelegenheit.
    Für den Privatgebrauch schauts vielleicht a bißerl anders aus – man läßt sich ein Ständerhaus genehmigen und bauts halt dann anders (in Bayern dürfte das mit ein wenig Glück problemlos möglich sein)
    Jedenfalls wünsch ich viel Erfolg für den Testbau!
    Gruß
    TvN

    1. Guten Tag Herr von Nitsch,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Entscheidend bei dieser Hausidee ist der statisch sich selbsttragende Grundrahmen, die Füllungen sollen keine statische Aufgabe übernehmen. Darum müssten diese sich auch so groß gestalten lassen, dass sie gerade von zwei Personen getragen werden können. Aber die Kritik ist natürlich berechtigt. Die in der Skizze gezeigten großen Fensterflächen sind in der Form natürlich nicht händelbar.
      Der Knackpunkt an der ganzen Idee ist der Grundrahmen und ob sich dieser in der Form überhaupt realisieren lässt. Die Entwicklung und Produktion eines entsprechenden Profils ist sicher nicht preiswert und das ganze wird auch teurer als ein klassischer Holzrahmenbau. Aber mir geht es hier um die grundsätzliche Machbarkeit einer modularen Bauweise, die sich auch im Nachhinein „zerstörungsfrei“ verändern lässt. Der Vertrieb und entsprechende Genehmigungen stehen hinten an.
      Ich hoffe in jedem Fall bald die Zeit und entsprechende Partner zu finden, um einen ersten Prototypen realisieren zu können.

      Mit freundlichen Grüßen
      Philip Simon

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